Grafikkarte für Videobearbeitung

Die Grafikkarte für Videobearbeitung

Ich bin überrascht.

Meine Editing Zeit habe ich mit einer neuen Grafikkarte halbiert! Finde deine Grafikkarte für Videobearbeitung in HD oder 4K.

Grafikkarte? Ja unbedingt! Ich war aber überrascht, dass es nicht das Spitzenmodell sein muss.
Meine Favoriten sind nämlich recht preiswert: Für 4K Editing empfehle ich die GTX 1060 und für FullHD die GTX 1050TI auf Amazon. Mehr dazu später.

Die Grafikkarte stellt für die Videobearbeitung einen unglaublich wichtigen Teil der Hardware dar. Die vielen Hersteller und die ganz individuellen Voraussetzungen kombiniert mit verschiedenster Software können sehr überwältigend sein.

Wo fängt man an? Die Entscheidung für ein ideales Modell fällt nicht leicht. Hier sind ein paar Modelle, die ich empfehlen kann.

Empfohlene Produkte

NVIDIA GTX 1080 – Der Spitzenreiter

Die GTX 1080 ist die beste Grafikkarte, die ich für Videobearbeitung empfehlen kann. Sie ist für den Videoschnitt Overkill, denn die meisten 4K Spiele können darauf noch problemlos mit voller Qualität gespielt werden. Sie zählt momentan zu den beliebtesten Grafikkarten überhaupt.

Ich würde mir die Grafikkarte besonders dann kaufen, wenn ich einen großen Wert auf Gaming lege. 

Die GTX Reihe ist im Allgemeinen sehr zu empfehlen.

AMD RX 480 – Preis-Leistungs-Sieger

Wer nicht die allerhöchsten Ansprüche beim Gaming hält, der ist mit der AMD RX 480 sehr gut bedient. Aber lass dich nicht täuschen, Spiele mit 1440p stellen selbst bei guten Settings kein Problem dar. Im Bereich der Videobearbeitung ist sie ebenfalls überqualifiziert. 

GTX 1060 – Empfehlung für 4K (~300€)

Die GTX 1060 eignet sich als Grafikkarte für Videobearbeitung in 4K perfekt. Sie ist sehr effizient. In Sachen Gaming ist sie der oben genannten RX 480 dicht auf den Fersen – und das zu einem sehr attraktiven Preis.

Diese beliebte Grafikkarte ist eine klare Kaufempfehlung.

GTX 1050 TI – Empfehlung für Full HD (~200€)

Die GTX 1050TI wäre eine perfekte Wahl als Grafikkarte für Videobearbeitung in Full HD. Semi-professionelle Videoschneider können auch problemlos in 4K arbeiten. Die meisten Spiele in 1080p packt die Karte mit hohen Einstellungen. Als Alternative ist auch die RX 470 bestens geeignet. 

RX 460 – Klein aber fein (~100€)

In der unteren Preiskategorie kannst du dir die Grafikkarte RX 460 kaufen. Sie ist ein recht schwaches Modell, für Videobearbeitung in 1080p jedoch ausreichend schnell genug. Die meisten Games funktionieren in 1080p bei mittleren Einstellungen und eventuell geringeren FPS. Wer wenig Geld ausgeben will und doch einige Vorteile einer Grafikkarte für Videobearbeitung nutzen will, kann sich damit den PC aufrüsten. 

 

Kleine Notiz:

Der Arbeitsspeicher der Grafikkarten sollte mindestens 2GB haben sowie vom modernen Typ DDR5 sein. Damit lässt sich mit HD Auflösung prima arbeiten. Für 4K reicht das eher weniger und man stößt an das knappe Minimum. Besser dran ist man mit einem 4 GB RAM Modell. Richtig komfortabel lässt sich definitiv erst mit 6 GB arbeiten. Das gilt vor allem für Editing Programme, deren Performance stark von der Grafikkarte abhängt. Diesen RAM kann man nicht extra aufrüsten, die Zahl ist vorgegeben.

Leistungen der Grafikkarte

Braucht man eine Grafikkarte?

Die Grafikkarte ist hauptsächlich für ihre Rechenleistung beim Gaming bekannt. Aber ist sie für Videobearbeitung überhaupt notwendig?

Für einen schnellen und sicheren Arbeitsfluss ist eine moderne Grafikkarte nicht wegzudenken. Aber kann man sie eigentlich weglassen? Die Antwort ist ja. Genau genommen ist die Antwort kommt darauf an, wie bei fast jeder technischen Frage. Aber eigentlich ist die Antwort nein. Verwirrt? Gut 😉

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Zwingend notwendig ist sie für einen Computer jedenfalls nicht. Man kann auch die Onboard-Grafikkarte verwenden. Diese ist aber sehr leistungsschwach und nicht für schnelle Videobearbeitung in HD oder 4K vorgesehen. Sie ist eher dafür gedacht, dass man den Computer in vollen Zügen benutzen kann, ohne eine externe Grafikkarte kaufen zu müssen. Sie sind teilweise für Hardwarebeschleunigung optimiert, können aber mit einem eigenständigen Modell absolut nicht mithalten. 

Die Technik bleibt nicht stehen und somit verbessern sich Editing Software und Hardware laufend. Heutzutage stützt man sich sehr auf die Hilfe der Grafikkarte beim Videoschnitt. Das wird in Zukunft sicher immer relevanter. Moderne Modelle eignen sich für die Videobearbeitung besonders, denn sie ergänzen den Prozessor perfekt. 

 

Wie macht sich eine starke Grafikkarte beim Videoschnitt bemerkbar?

Zum einen hilft sie bei einem ruckelnden, stockenden Video-Playback und kann eine höhere Auflösung dessen ermöglichen. Auch Special-Effects, Color-Grading und ähnliches profitieren von einer leistungsstarken Grafikkarte. Selbst das Rendern, das hauptsächlich eine Aufgabe des Prozessors ist, kann unglaublich beschleunigt werden.

Sie ist also maßgeblich für die Arbeitsgeschwindigkeit beim Videoschnitt verantwortlich und für einen angenehmen Workflow notwendig. Diesen Unterschied merkt man auch. Je nach den Umständen kann sie die Rechenzeiten halbieren, vierteln oder noch mehr beschleunigen. So könnten sich Wartezeiten beim Rendern von einer Stunde auf eine kurze Kaffeepause reduzieren.

Ein voll ausgelastetes System reagiert nicht gut und kann den ein oder anderen Nerv kosten. Eine externe Grafikkarte könnte das System wieder in Balance bringen.

Mehrere Monitore

Gerade in unserem Hobby sind mehrere Bildschirme unabdingbar. Die vergrößerte Arbeitsfläche macht das Editing einfacher, schneller und übersichtlicher. Bei spätestens zwei Monitoren sollte man auf jeden Fall an eine Grafikkarte denken. Der Prozessor hat wohl genug um die Ohren, als für einen zweiten Bildschirm zu arbeiten. Dabei achte darauf, wie und wie viele Monitore gleichzeitig angeschlossen werden können. Vorzugsweise sollst du deine Monitore über HDMI verbinden können.

CPU oder Grafikkarte

Die Grafikkarte (mit GPU, graphics processing unit) wird also während es Videoschnitts gebraucht. Somit einfach das aktuelle Topmodell aussuchen und losstarten? Ganz so einfach ist es leider nicht. Transcodieren und Rendern geschieht vorwiegend im Prozessor. Er stellt die wichtigste Einheit beim Videoschnitt dar. Hat man die Wahl entweder den Prozessor oder die Grafikkarte aufzurüsten, sollte man sich auf jeden Fall für ersteres entscheiden. Die Leistung des Prozessors spiegelt die Leistung im Videoschnitt wider.

Vereinfacht gesagt hat der Prozessor die Aufgabe, die Farbe eines jeden Pixels zu berechnen und das Video in den gewählten Codec zu wandeln. Diese Schritte sind äußerst rechenintensiv und lasten die Prozessor Ressourcen aus. Auch Grafikkarten haben leistungsstarke Prozessoren, die speziell für die Bildsynthese ausgelegt sind. Diese Spezialisierung ermöglicht es, dass der Prozessor gewisse Aufgaben an diese abgeben kann. Die Rechenschritte werden von der GPU besonders effizient und schnell durchgeführt. Zeitgleich hat der Prozessor dann die Möglichkeit sich auf andere Schritte zu konzentrieren.

Der Grund weshalb man von einer externen Grafikkarte so stark profitiert, ist das gute Zusammenspiel zwischen CPU und GPU. Wird er hingegen ganz allein gelassen, so übernimmt er auch Aufgaben, die problemlos von anderer Hardware gelöst werden können und verlangsamt so die leistungshungrigen Rechenaufgaben des Editing Programms. Teamarbeit ist angesagt.

Welche Grafikkarte kaufen

Muss die Grafikkarte für Videobearbeitung teuer sein?

Lieblingsantwort von Technikern: es kommt darauf an. Wenn man sich eine neue Grafikkarte kauft, denkt man natürlich an den Preis. Man darf aber folgendes nicht vergessen.

Beim Gaming wird die Grafikkarte richtig ausgepowert und trägt einen großen Teil zur Gaming Performance bei. Für den reinen Videoschnitt ist sie eher ein sehr willkommener Gast. Es wird ihr nicht allzu viel Beachtung geschenkt wie dem Prozessor.

Mehr oder weniger überraschend ist jedoch die unglaublich lange Arbeitszeit ohne Grafikkarte. Verschiedene Aspekte der Videobearbeitung können die Rechenzeiten dabei vervielfachen. Ganz klar sollte man also wenigstens eine sehr billige Grafikkarte kaufen.

Rechenzeiten der Preisklassen von Grafikkarten im Vergleich

sehr teuer
teuer
1
1
1
billig
sehr billig
ohne

Vergleicht man die durchschnittlichen Rechenzeiten einmal mit und einmal ohne Grafikkarte, so erkennt man eine riesige Zeitersparnis, selbst bei einem sehr billigen Modell. Der Vergleich zwischen einem billigen und einem High-End Stück ist aber relativ ernüchternd. Die Rechenzeit verkürzt sich nicht annähernd so stark wie man es sich erhoffen würde. Je stärker und teurer die Modelle werden, desto geringer werden die Unterschiede.

Die Unterstützung

Eine Grafikkarte kann für die Videobearbeitung genau das sein: eine Hilfe. Dabei bleibt es auch. Die wirklich schweren Aufgaben knüpft sich der Prozessor sowieso selbst vor. Eine helfende Hand kann aber eine große Unterstützung sein: Versuch mal deine Wohnzimmermöbel allein zu verstellen. Zu zweit ist das hingegen schnell getan.

In der schnelllebigen Zeit der Technik kann man ständig mit verbesserter Hardware Beschleunigung rechnen und wird in Zukunft mit einer guten Grafikkarte klar im Vorteil liegen. Wer Komfort beim Videoschnitt haben möchte, der investiert ganz sicher in ein Modell der Mittelklasse. Natürlich ist ein gut ausbalanciertes System vorausgesetzt.

Wenn du lange Preview- oder Export-Zeiten feststellst, könnte das auch an der eingestellten Framerate liegen. Obendrein könnte dein Schnittprogramm dabei einige Bilder deines Videos löschen. In meinem ausführlichen Artikel über die richtige Framerate beim Filmen und Schneiden erkläre ich, wie ich das umgehe.

Anforderungen von beliebten Programmen

Klare Vorteile bei Adobe

Wirft man einen Blick in die Systemvoraussetzungen des Videoschnittprogramms Adobe Premiere Pro, so stellt man fest, dass eine externe Grafikkarte sogar nur optional empfohlen wird. Das ist bei vielen Videoschnittprogrammen üblich, soll aber nicht täuschen.

Es stimmt, dass die Grafikkarte nicht unbedingt benötigt wird, aber besonders die Adobe Programme profitieren unglaublich stark von einer guten Grafikkarte. Adobe Premiere Pro beispielsweise erhöht die Performance von wichtigen Funktionen wie Drei-Wege-Farbkorrektur, Warp Stabilizer und unterbrechungsfreie Wiedergabe.

Nicht nur in der Videobearbeitung ergeben sich Vorteile. Das beliebte Adobe After Effects beschleunigt das Erstellen von realistischen geometrischen Texten und Formen in 3D-Räumen. Das klingt ganz logisch, da die Grafikkarte vor allem beim Gaming etabliert ist. In diesen Bereichen ist sie sehr effizient. Auch das berühmte Adobe Photoshop kann sich auf eine gute Grafikkarte stützen und somit flüssige Arbeitsabläufe erzeugen. Aufgaben wie Bildbearbeitung, Compositing und Bildtransformation können dann sehr schnell ausgeführt werden. Eine Grafikkarte verbessert also so gut wie alle Aspekte, die mit der Videobearbeitung zu tun haben können.

Große Unterschiede bei Schnittprogrammen

Die Unterstützung der Grafikkarte beschränkt sich selbstverständlich nicht nur auf Adobe. Das kostenlose Editing Programm Davinci Resolve ist ein perfektes Beispiel dafür. (Hier gratis Download). Das Programm entlastet den Prozessor von unglaublich rechenintensiven Bildverarbeitungen, die die GPU bei weitem schneller ausführen kann. Man kann es auch ohne externe Grafikkarte nutzen, jedoch muss man mit einer starken Minderung der Performance rechnen. Erst mit einem guten Modell aus der Mittelklasse entfaltet Davinci Resolve seine volle Leistung und macht den Workflow richtig angenehm. Für Editing in 4K empfehle ich dabei die GTX 1060 auf Amazon besonders.

Es gibt aber auch eine Schattenseite. Manche Videoschnittprogramme können auf die Grafikkarte gar nicht erst zugreifen. Dabei handelt es sich meist um gratis Programme oder abgespeckte Versionen von teurerer Software. Oft bewirkt das eine Leistungseinbuße, weil die Grafikkarte nicht miteinbezogen wird. Es muss nicht immer an der PC Hardware liegen. Der Computer wird die Grafikkarte natürlich für den normalen Betrieb verwenden. Man profitiert aber nicht von der optimierten Hardwarebeschleunigung für spezifische Rechenaufgaben beim Editing.

Die aktuelle Auslastung deiner Grafikkarte siehst du im Task-Manager unter Leistungen.

CUDA oder OpenCL

Adobe legt einem besonders NVIDIA Grafikkarten mit Unterstützung der CUDA Architektur nahe. Diese moderne Technik lässt die Hardware Beschleunigung mit ausgewählten NVIDIA GPUs zu und ermöglicht die effiziente parallele Verarbeitung von Berechnungen.

AMD Grafikkarten müssen sich vor Adobe Premiere Pro natürlich nicht verstecken, denn es unterstützt die Alternative OpenCL. Auch damit können rechenintensive Programmstücke an die GPU abgegeben werden. Vor allem in letzter Zeit hat Adobe in diese Richtung ausgebaut und es zeigt sich kaum ein Unterschied zwischen den Techniken beim Videoschnitt. Das trifft auch für viele andere beliebte Videobearbeitungsprogramme zu. Natürlich möchten auch diese mit möglichst vielen Grafikkarten gut funktionieren.

Ein kleiner Tipp am Rande: Achte immer darauf, dass du die neusten Grafikkarten Treiber installiert hast. Sonst könnten dir optimierte Einstellungen oder effizientere Technologien entgehen.

 

Ein ausbalanciertes System

Bevor du dich für ein Modell entscheidest, musst du dir die Frage stellen, was will ich erreichen?

Wenn man eine Grafikkarte für Videobearbeitung in 4K kauft, dann sollte man ebenfalls einen starken Prozessor parat haben. Schnell und sinnvoll arbeiten kann man dann auch nur mit viel RAM. Prozessor und Grafikkarte brauchen am meisten Strom, ein sicheres Netzteil muss also auch her. Da es so viele Optionen und Kompatibilitätslisten gibt, habe ich einen Guide für deinen perfekten Videoschnitt PC geschrieben. Hier bekommst du schnelle Kaufempfehlungen oder auch das Know-how für die eigene Konfiguration.

Man sieht schon, bei einem ausbalancierten System zieht die eine Komponente die anderen mit. Deswegen ist es wichtig, sich über die eigenen Vorhaben im Klaren zu sein. Ein 4K Monitor fordert eine externe Grafikkarte schon genug. Will man die Vorteile einer Grafikkarte für den Videoschnitt perfekt ausnutzen, so empfiehlt sich ein Blick in die höhere Preisklasse. 

Für die meisten Tätigkeiten in Full HD passt ein Modell aus der Mittelklasse bestens. Selbst mit einer sehr billigen Karte kann man sich ein schnelles System erwarten. Für die meisten Hobby-Filmemacher reicht das (kombiniert mit einem guten Prozessor) auch vollkommen aus. 

Mit High-End-Modellen kann man nichts falsch machen. Sie bieten die optimale Unterstützung in jeder Situation. Das Preis-Leistungsverhältnis ist bei einer sehr teuren Modellen für die reine Videobearbeitung natürlich nicht das beste. Wer in so ein Gerät investiert, hat aber sowieso eine starke Gaming-Performance im Sinn.

 

Fazit

Das wichtigste ist, dass man sich für eine vernünftige Grafikkarte entscheidet. Natürlich sollte sie dem Budget entsprechen. Bei der Zusammenstellung eines PCs für Videobearbeitung sollte man jedoch immer zuerst an den Prozessor denken. Hat dieser den Spielraum beim Budget etwas eingeengt, so tut es auch eine billige Grafikkarte. Hauptsache man lässt den Prozessor nicht alleine hängen.

Für effiziente Power-Maschinen lohnen sich Modelle aus der Mittelklasse. Darüber hinaus ist für die reine Videobearbeitung kein großer Vorteil mehr vorhanden. Dafür macht das Gaming umso mehr Spaß.

Absolute Kaufempfehlungen sind also für 4K Editing die GTX 1060 und für FullHD die GTX 1050TI, die man zu einem guten Preis bei Amazon findet.

Für Videobearbeitung ist eine gute Grafikkarte zukunftssicher. Damit hat man für die Dinge Zeit, die wirklich wichtig sind.

 

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Die richtige Grafikkarte für Videobearbeitung ist schon mal in der Tasche. Aber machst du überhaupt das Beste aus deinen Videos?

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