Der PC für Videobearbeitung

9 starke Tipps für den neuen Videoschnitt PC

(+ Empfehlungen) 

Ein ausführliches Kochbuch für einen mächtigen Videoschnitt PC. Gedacht für jeden, der sich einen neuen PC wünscht. 

Deswegen braucht unser PC Leistung

Was braucht ein Videoschnitt PC 2019? Wir wollen nicht nur einen Computer der Videos mit hoher Auflösung wiedergeben kann. Wir wollen einen, der Unmengen an Daten laden, verändern, verwerten, mixen, zusammensetzen, rendern, codieren und abspielen kann.  Er soll flüssig und sicher laufen, schnell sein und die Geräuschbelastung minimieren.

Die Anforderungen an den Videoschnitt PC sind sogar höher als an einen Gaming-PC!
Beim Videoschnitt kommt es auf drei Komponenten an: Prozessor, Grafikkarte und Arbeitsspeicher. Genau in dieser Reihenfolge soll auch dein Budget fallen. Der Prozessor ist das Herzstück, die Grafikkarte ist notwendig und der Arbeitsspeicher ist Komfort. 

Als Künstler braucht man die Zeit für wirklich wichtige Dinge, da macht es keinen Spaß, dem PC ewig beim Codieren zuzusehen. Wir verlangen dabei die größte Performance, die von privaten Nutzern gefordert wird. Gerade in der Zeit des beliebten 4k-Formats erwarten einige Benutzer wohl zu viel von ihrer alten Klapperkiste – ein Upgrade muss her.

 

Bevor es zu den starken Tipps für einen starken PC geht, gebe ich dir ein paar PC Empfehlungen! (Oder gleich zu den Tipps.)

PC Beispiele

Fertig zusammengebaut

Ich stelle mir die PC Komponenten am liebsten selbst zusammen. Wenn man aber ein bisschen recherchiert und sucht, findet man oft auch genau den gewünschten PC schon fertig zusammengebaut.

Dieser Gaming/Videoschnitt PC auf Amazon ist ein klassisches Beispiel für eine stimmige und durchdachte Zusammenstellung. Angeboten werden verschiedene Konstellationen. Alle sind sehr gut und eigentlich nur eine Frage vom Budget und den persönlichen Zielen. Eine tolle Grafikkarte für 4k Videobearbeitung und Gaming ist bei jedem Paket dabei. Allgemein eignet sich das ausgewählte Modell gut für Editing in 4k.

Eignet sich ein Gaming PC für Videobearbeitung?

Ich hoffe, ich treffe jetzt nicht den ein oder anderen Nerv! Ein guter Videoschnitt PC ist eigentlich ein sensationeller Gaming PC mit lahmer Grafikkarte. (Mit der lahmen Grafikkarte wäre er dann doch nicht so sensationell, stimmts? 😉 )

Also ja, ein Gaming PC eignet sich als Videoschnitt PC, wenn du auf gewisse Eckpunkte achtest. Der Vorteil: In den Editing-Pausen kannst du ordentlich zocken.

Auf was musst du Wert legen? In erster Linie kommt es auf den Prozessor an. Genügend Arbeitsspeicher ist meistens verbaut. Eine große SSD ist auch schön zu haben. Die Grafikkarte ist für Videobearbeitung bei einem Gaming PC meist überdimensioniert. Bei den anderen Komponenten sprechen die Zahlen für sich. Wenn du auf Zuverlässigkeit setzt, dann sollten bekannte, gute Marken verbaut sein.

Hast du ein Angebot von einem kompletten Computer, bist dir aber nicht sicher, ob dieser sich wirklich eignet? Dann vergleich einfach die wichtigsten Komponenten (für den Videoschnitt) mit meinen Empfehlungen weiter unten. Noch weiter unten reden wir über die einzelnen Komponenten genauer. 

Selber Zusammenstellen

Bei den unendlichen Kombinationsmöglichkeiten und der riesigen Auswahl – wie findet man ein passendes System, das miteinander harmoniert und den Anforderungen gerecht wird? Was braucht ein Videoschnitt PC wirklich?

Bei diesen Computern wurde speziell darauf geachtet, dass es zu keinen Kompatibilitätsproblemen kommt und auch die Leistungen der einzelnen Komponenten zusammenpassen (kein Lamborghini mit VW Golf Motor).

Die gängigen Programme, wie z.B. AVS Video Editor, Adobe Premier Pro, Sony Vegas Movie Studio / Pro, Adobe After Effects, usw. sollten auf allen Rechnern gut laufen.

Achtung

Obwohl ich alle Hardware Komponenten mit äußerster Sorgfalt und gut recherchiert in ein Paket packe, können mir dabei auch Fehler unterlaufen, oder es könnte ein falscher Link eingefügt sein. Ein prüfender Blick schadet nicht.

FullHD Budget

4k

KomponenteAngebot Amazon
Prozessor:Intel i5 8400
Grafikkarte A:Radeon RX 460
Grafikkarte B:Radeon RX 480
Arbeitsspeicher:Gskill 8GB F4 2400
Motherboard:Asrock H110M-HDV
Festplatte 1:Sandisk SSD 240GB
Festplatte 2:WD Blue 1TB
Netzteil:Thermaltake 500W
Gehäuselüfter:Stock – mitgeliefert
CPU Kühler:Alpenföhn Ben Nevis
Gehäuse:Corsair Carbide 200r
Betriebssystem:Windows 10 Home

Dieser PC ist eine klare Empfehlung für jene mit einem sehr limitierten Budget, die aber dennoch eine kraftvolle Maschine haben wollen. 1080p meistert er hervorragend. Natürlich sind nur Komponenten mit sicheren und bekannten Marken verbaut. Der PC für den Einstieg in die Videobearbeitung bietet auch Platz für Upgrades. Die Anforderungen für 4K Bildbearbeitung sind höher.

FullHD Power

4k

KomponenteAngebot Amazon
Prozessor:Intel i5-8600K
Grafikkarte A:Radeon RX 460
Grafikkarte B:GTX 1060
Arbeitsspeicher:BS 16GB DDR4 2400
Motherboard:MSI B250 PC Mate
Festplatte 1:Samsung MZ 250GB
Festplatte 2:Western Digital Blue 1TB
Netzteil:Thermaltake 530W
Gehäuselüfter:Stock – mitgeliefert
CPU Kühler:be quiet! Shadow Rock 2
Gehäuse:Pure
Base 600
Betriebssystem:Windows 10 Home

Wenn du hauptsächlich mit Full HD arbeitest, dann wird dir dieser Videoschnitt PC sehr viel Freude bereiten. Du kannst später noch einen weiteren Gehäuselüfter einbauen. Dem Übertakten steht dann nichts mehr im Wege. 4k Auflösung ist natürlich möglich, aber dafür empfehle ich eher die nächsten Modelle.

4K Einsteiger

4k

KomponenteAngebot Amazon
Prozessor:Intel i7-8700K
Grafikkarte A:GTX 1050 Ti
Grafikkarte B:GTX 1070
Arbeitsspeicher:Corsair Vengeance 16GB
Motherboard:MSI Z370-A PRO
Festplatte 1:Samsung MZ 250GB
Festplatte 2:Seagate BarraCuda 2TB
Netzteil:Pure Power 9 600W
CPU Kühler:Dark Rock 3
Gehäuselüfter:Pure Wings 2
Gehäuse:Fractal Design R4
Betriebssystem:Windows 10 Home

Wenn du 4K Videobearbeitung im Sinn hast, aber einfach nicht viel Geld ausgeben willst, dann ist dieser PC genau richtig für dich. Preis/Leistung ist phänomenal. Noch dazu ist er auch leise. Diese Hardware hat es in sich. Eine gute Empfehlung für Einsteiger in die 4K Welt.

 

4K Power

4k

KomponenteAngebot Amazon
Prozessor:Intel i7-7820X
Grafikkarte A:Radeon RX 480
Grafikkarte B:GTX 1070
Arbeitsspeicher:Corsair Vengeance 16GB
Motherboard:Z270 Gaming Pro Carbon
Festplatte 1:HyperX Savage 480GB
Festplatte 2:WD Red 3TB
Netzteil:Dark Power Pro 650W
Gehäuselüfter:Noctua NF-A14
CPU Kühler:Noctua NH-U14s
Gehäuse:Fractal Design R5
Betriebssystem:Windows 10 Home

Ich sage es gerade heraus: das ist DER PC für Videobearbeitung und Gaming ohne Kompromisse! Der äußerst beliebte Prozessor hat unglaublich viel Power. Aufgrund der Qualitätskomponenten und der hohen Kühlleistung lässt sich dieser auch sehr gut übertakten. Er ist flexibel und passt sich deinen Anforderungen an. Egal ob Gaming-  oder Videoschnitt-PC, mit dieser Hardware bist du gerüstet.

Dich erwartet eine flüsterleise Workstation, denn alle Qualitätslüfter sind auf leises Arbeiten mit viel Luftstrom ausgelegt. Preis/Leistung ist spitze. 

Komponenten im Detail

Prozessor (CPU)

Tipp #1: Der Prozessor gibt den Takt an.

Üblicherweise denken viele an die Grafik-Karte, wenn es um den Videoschnitt PC geht. Es ist aber eine falsche Annahme, dass ihr die meiste Rechenleistung zugesprochen wird. In Wahrheit stürzen sich die Videobearbeitungsprogramme hungrig auf die Rechenleistung der CPU.

Der Prozessor ist das Kernstück von jedem PC für Videobearbeitung. Durch die hohe Anforderung von Videobearbeitung sollte der Löwenanteil von deinem Budget in diese Hardware fließen. Mit anderen Worten, wenn du 50€ von deinem Budget übrig hast, dann investiere sie eher in die CPU als in die GPU.

Kerne

Die gängige Software von heute liebt mehrere Prozessorkerne. Eine CPU mit 8 Kernen bei 3 GHz liefert viel bessere Ergebnisse als eine mit 4 Kernen und 4 GHz. Bei modernen Motherboards können sogar mehrere CPUs verbaut werden, was die Kern-Anzahl deutlich erhöht. Hier ist unbedingt darauf zu achten, wie viele Kerne und in welcher Konfiguration die gewählte Software unterstützt.

4 Kerne eignen sich für die meisten Tätigkeiten sehr gut. Bei hohen Multitasking Anforderungen (z.B. Videobearbeitung), sind 6 – 8 Kerne eine gute Wahl. Wenn Hintergrundprozesse ungestört auf einen anderen Kern geleitet werden können, wird die Leistung beim Videoschnitt verbessert. Mehr als 8 Kerne sind wohl nicht die Preis-/Leistungssieger für unsere Verwendungszwecke, doch es gilt: mehr Kerne, mehr Power.

Hyperthreading

In diesem Zusammenhang fällt dem einen oder anderen der Begriff Hyperthreading ein. Im Grunde bezeichnet es nur eine Ablaufoptimierung der Verarbeitung von Programmstücken. Computer für Videobearbeitung machen sich dieses Prinzip besonders gern zunutze. Während der eine Frame bearbeitet wird, kann der nächste schon entsprechend vorbereitet werden. Der PC weiß ganz genau, wie die nächsten Programmschritte ablaufen werden. 

Für Multitasker und Leute, die sehr viel rendern, ist Hyperthreading eine vielversprechende Option, um die Leistung zu verbessern, wenn die Software dies unterstützt. Ich bezeichne es als Bonus-Feature. Wirklich wichtig ist zuerst die Anzahl der Kerne und die Taktgeschwindigkeit.

Beispiele

Ein Budget-PC für Videobearbeitung mit einem i3-8100 Prozessor bekommt es auch hin, 1080p Videos fertig auszuspucken. Es gibt sozusagen keine Mindestanforderung. Aber schnell ist was Anderes. Eine starke Hardware verringert die Wartezeiten.

Für den Budget Computer empfehle ich den Intel i5-8400. Damit kann man Videos mit 1080p Auflösung gut verarbeiten. Der 6-Kerne Prozessor besitzt ein solides Preis-/Leistungsverhältnis und ist nicht sehr teuer.

Wer sich für AMD besonders interessiert, dem kann ich den Ryzen 5 1600 empfehlen. 6 Kerne, 12 Threads.
Wenn es ein bisschen mehr Leistung sein darf, dann kann ich den i5-8600K ans Herz legen.
Weiter aufwärts geht es dann mit dem i7-8700k. Man genießt 6 Kerne, 12 Threads, Hyperthreading und eine hohe Taktfrequenz.
Ein 4K Flaggschiff wäre der i7-7820X. Damit lässt sich in 4K wirklich unglaublich angenehm arbeiten.
Wenn jemand wirklich alles aus dem Prozessor für Videobearbeitung rausholen möchte, dann ist der i9-7900X sicher eine gute Wahl.

Am besten du suchst dir einen Preis-Sektor aus und wählst die übrigen Komponenten. Bleibt am Ende etwas übrig, kannst du dich für das nächst bessere Modell entscheiden.

Da du sowieso eine externe Grafikkarte verwenden solltest, wird auf die interne Grafikkarte der CPU keinen großen Wert gelegt.

Grafikkarte

Tipp #2: Hauptsache eine Grafikkarte.

Für sehr interessierte: Hier ist der ausführliche Artikel für die richtige Grafikkarte für Videobearbeitung. 

Aber jetzt mal die wichtigsten Aspekte im Überblick:

Für einen absolut reinen PC für Videobearbeitung ist eine zusätzliche Grafikkarte nicht zwingend nötig. Die meisten Programme, die für die Bildbearbeitung verwendet werden, können die Grafikkarte nicht sehr stark nutzen. Aber es entlastet den Prozessor, wenn er einen Teil der Aufgaben, die sowieso bei der Nutzung des PCs entstehen, an die GPU abgeben kann.

Es passieren hier in letzter Zeit sehr viele Verbesserungen. Die Anforderungen an die Grafikkarte werden stetig höher. Immer mehr Videobearbeitungsprogramme nutzen auch die Rechenleistung der GPU zunehmend stärker. Durch Hardwarebeschleunigung für Codierung und Rendern kann eine gute Grafikkarte die Performance stark verbessern. Für einen zukunftssicheren Videoschnitt PC ist eine gute Grafikkarte ganz sicher von Vorteil.

Als Ausnahme gilt DaVinci Resolve. Also das sollte man sich erst mit sehr guter Grafikkarte installieren! Ebenso können Adobe After Effects und ähnliche Programme die GPU fordern.

Ein Großteil der Zeit wird durch Video-Transcodierung für die Leistungssteigerung in unterschiedlichen Programmen beansprucht. Ebenso wartet man lange auf die Encodierung mit dem jeweiligen Videocodec für die gewünschten Formate und Plattformen. Wird der Prozessor für diese Aufgaben allein gelassen, ergeben sich noch längere Wartezeiten. Mit einer Grafikkarte läuft auch das Playback um einiges flüssiger. 

Teuer oder billig

Wenn ein nicht zu teurer Budget-PC für den Videoschnitt in Aussicht ist, sollte man auf alle Fälle wenigstens in eine billige Grafikkarte investieren. Eine schwache GPU ist immer besser als gar keine – mit Abstand.

Der nächste Sprung geschieht bei einer Grafikkarte der besseren Mittelklasse. Es hängt zwar sehr von allen anderen Komponenten und auch von der Software ab, aber für einen großen Teil der Leser verspricht sich am Ende eine merkbare Leistungssteigerung. Vor allem die Gamer werden an dieser Stelle wieder wach. Investiert man in einen Mittelklasse-PC für Videobearbeitung und finanziert sich eine gute Grafikkarte dazu, kann man die strengen Videoschnitt-Augen mit ein bisschen Gaming entspannen. Nein Blödsinn! Gönnt den Augen eine Pause und geht raus in die Natur! 😉

Für die, die ihrer Gaming-Leidenschaft nachgehen wollen, gibt es noch die Möglichkeit einer High-End-Grafikkarte. Für reine Videobearbeiter wird es hier uninteressant. Die Performance bei der Videobearbeitung steigert sich nicht mehr enorm. Dafür wächst der Neid der Freunde an. Denn dann habt ihr eine wahre Power Hardware.

Beispiele

NVIDIA und AMD bieten großartige Grafikkarten an. Gerade für die Zwecke des PCs für Videobearbeitung kann man die eine Marke der anderen nicht vorziehen.

Mit der Nvidia GTX 1050 oder Vergleichbarem steigen diejenigen mit weniger Geld ein. Gelegentliche Arbeiten in 1080p lassen sich vernünftig erledigen.

Bei 4k Videobearbeitung steigt man z.B. mit der Asus r9 380X ein. Diese eignet sich für die meisten modernen Games. Die GTX 1070 trägt dann schon dicker auf. Für Full-HD Gaming ist sie bestens geeignet. 4k Gamer sehen sie eher als Einsteigermodell.

Die GTX 1080 ist ein Power-Gerät und eignet sich fürs Gamen in 4k und hoher Detailstufe. Wer weiterhin Games in den Folgejahren mit unbeschreibbarer 4k Qualität spielen will, kann sich für die NVIDIA Titan X entscheiden. Aber mit so viel Budget erwarte ich von dir, dass du auch einen Hammer Prozessor ins Gehäuse packst 😉 

Arbeitsspeicher (RAM)

Tipp #3: Viel Arbeitsspeicher und Platz für mehr.

Was braucht ein Videoschnitt PC wirklich? Ganz sicher viel Arbeitsspeicher.  Wenn der Computer Daten schnell zwischenspeichern möchte, um auch schnell wieder Zugang zu haben, speichert er diese im Arbeitsspeicher. Ist die Datenmenge zu groß, verwendet er den langsamen Festplatten-Speicher. (Es gibt keine zu großen Daten, nur zu “kleine” Komponenten 😉 ) 

Ein PC für Videobearbeitung braucht mindestens 8 GB RAM. Für bequemes Arbeiten in FullHD sind 16 GB RAM nötig. Beim 4k Videoschnitt ist man mit 32 GB RAM ganz vorn dabei. 

Anzahl RAM Module

Entscheidet man sich für 8 GB RAM, empfiehlt es sich dann zwei idente Modelle mit 4 GB zu verwenden? Die Bandbreite verdoppelt sich somit. Für Systeme ohne zusätzliche Grafikkarte ist das ein muss. In der Realität sind die Unterschiede bei Verwendung der externen Grafikkarte nicht wirklich merkbar. Ich würde sogar dahin tendieren, nur ein Speichermodul zu kaufen, wenn man vorhat, später eventuell nachzurüsten. Dann hat man auf alle Fälle noch genug Platz.

Mehr Info

Ein Blick in den Taskmanager verrät, wie ausgelastet der Arbeitsspeicher ist. Man könnte meinen, dass der Computer erst dann an Performance verliert, wenn der RAM zu 100% ausgelastet ist. Das stimmt in gewisser Hinsicht auch, weil der Computer den langsamen Hauptspeicher mitbenutzen muss.

Die meisten RAM-fressenden Programme beobachten aber, wie sehr beschäftigt dieser ist. Eine Auslastung von 100% ist tödlich für den Arbeitsfluss eines Computers und wird von den Programmen vorausschauend vermieden. Somit könnte man mit mehr Arbeitsspeicher eventuell noch einiges an Leistung herausholen, denn dann können die Programme ohne Hemmungen loslegen.

Bauformen

Es gibt beim Random Access Memory (RAM) unterschiedliche Bauformen, die alle paar Jahre verbessert werden. Sie unterscheiden sich bei der Bauform, der Anzahl an Kontaktstellen und bei den Taktraten. Die aktuellen Modelle bezeichnet man als DDR4 RAM. Ziemlich viele Systeme arbeiten noch mit der Vorgängerversion DDR3. Hierbei muss man das Motherboard auf Kompatibilität überprüfen. Mehr dazu im nächsten Kapitel Motherboard.

Bei der Verwendung von verschiedenen Modellen können Kompatibilitätsprobleme auftauchen und eventuell auch Systemabstürze. Deswegen immer das gleiche Modell vom gleichen Hersteller mit der gleichen Speicherkapazität kaufen. Die Hardware muss zusammenpassen.

Taktraten und Timing

Die Performance beim Arbeitsspeicher wird von zwei weiteren wichtigen Faktoren beeinflusst. Die Taktrate gibt an, wie viele Taktzyklen in einer Sekunde passieren. Sie bestimmt die Hauptleistung des RAMs. Bei einer Taktrate von 2133 MHz durchläuft der RAM also über 2 Milliarden Zyklen in einer Sekunde. Da wäre es doch sicher von Vorteil, wenn die Zeit zwischen Anfrage und Antwort kurz ist, oder?

Stichwort Timings: 9-9-9-25 ist eine typische Angabe der Latency. Mit anderen Worten geben die Zahlen an, wie viele Taktzyklen verstreichen müssen, bis die jeweilige Aktion ausgelöst wird.

Übrigens, solltest du zwei Modelle mit unterschiedlicher Taktrate verwenden (tu es nicht), läuft das System mit der Taktrate des langsamsten Moduls.

Marken

Bei den bekannten Marken, wie Corsair, GSkill oder HyperX, macht man grundsätzlich nichts falsch. Bei gleichen Spezifikationen kann man sich auch sehr ähnliche Performance erwarten. Wie ist also der unterschiedliche Preis gerechtfertigt? Man bezahlt eben auch die Lebensdauer, Zuverlässigkeit, Garantie und für das Service und Design.

Beispiele

Der PC zur Videobearbeitung von Full-HD Videos braucht mindestens 8 GB RAM. Die Anforderungen an den RAM sind dann gut bedient. Mit niedrigem Budget würde ich nur einen 8 GB RAM Stick kaufen, denn recht wahrscheinlich will man später nachrüsten. Das ist dann Zukunftssicher. Die Videobearbeitung ist eines der typischen Anwendungen, bei dem der Arbeitsspeicher an seine Grenzen gehen muss.

Wenn der Videoschnitt PC 4K-Videos effizient bearbeiten soll, müssen mindestens 16 GB her. Die Anzahl der Pixel hat sich nun von ca. 2 Millionen (Full-HD) auf ca. 8 Millionen (4K) vervierfacht! Für dieses Format gilt dasselbe Prinzip. Lieber jetzt einen 16GB und später zwei, als alle Plätze mit 8GB belegen.

Motherboard

Tipp #4: Das Motherboard muss sich fügen.

Es ist das Herz des Computers. Jede Leitung geht von dieser Stelle aus und führt zu jeder einzelnen Komponente – ähnlich wie die Adern in unserem Körper. Vorerst sollte man alle PC-Komponenten ausgewählt haben und anschließend ein passendes Motherboard auswählen. So gerät man nicht in die Lage, Kompromisse eingehen zu müssen. Sind die gewünschten Eigenschaften fixiert, kann man auch ein billiges Modell wählen. Wichtig ist, dass die gesamte Hardware kompatibel ist.

Selbstverständlich, die Anforderungen an das Motherboard sind hoch. Aber manche Hersteller wollen das Rad neu erfinden.

 

Spezifikationen

Die unterschiedlichen Größen werden in folgende Typen eingeteilt: mini-ITX, micro-ATX, ATX, EATX. Da alle Komponenten irgendwie mit dem Motherboard verbunden sind, müssen auch alle genug Platz haben. Deshalb empfehlen sich ATX Modelle. Unsere PCs für Videobearbeitung und Gaming sind Power-Maschinen mit Platzbedarf.

Man beachtet, wie viele Arbeitsspeicherplätze zur Verfügung stehen und welchen Typ sie voraus setzen. Auch der CPU Kühler soll so eingebaut werden können, dass dieser nicht an anderen Komponenten (z.B. RAM) anstehen würde. Praktisch ist es unter Umständen auch, wenn die Gehäuselüfter sich PWM steuern lassen. Mehr unter Lüfter

USB Ports gibt es bei so gut wie jedem Motherboard genug, vor allem ein paar USB 3.0 Steckplätze sollte es geben. Das ist bei modernen Modellen schon Standard. 

Als Videobearbeiter kann der Speicherplatz relativ schnell verbraucht sein. Deswegen achte drauf, wie viele SATA Verbindungen vom Motherboard ausgehen.

Mehr Info

Als erstes sollte feststehen, welcher Prozessor verwendet wird. Denn die Prozessoren brauchen unterschiedliche Prozessorsockel, um ins Motherboard eingebaut (und ausgebaut) werden zu können. Viele Intel Prozessoren verwenden z.B. den LGA 1151 Sockel. Für manche Hochleistungscomputer wird z.B. ein LGA 2011-V3 Sockel verwendet (manche i7 Prozessoren). 

Generell solltest du dir keine Sorgen machen, für welchen Sockel du dich entscheiden sollst. Denn das haben die Hersteller der CPUs schon für dich gemacht. Wichtig hingegen ist, dass das Motherboard nach diesem Sockeltyp gewählt wird, denn da muss der Prozessor rein.

Soundkarte

Moderne Motherboards haben bereits sehr gute Soundkarten verbaut. Für den Durchschnitts-User reichen diese vollkommen. Wenn man aber sehr viel Wert darauflegt, schon während dem Bearbeiten professionellen Klang zu haben, lohnt sich ein Blick in zusätzliche Soundkarten. Diese haben aber nur Einfluss darauf, wie man die Tonqualität selbst wahrnimmt. Beim fertigen Video zählt dann nur mehr die Qualität vom abspielenden Gerät und die des Audiotracks. Die Ansprüche und Anforderungen sind bei diesem Thema sehr individuell.

Dieses Thema sprengt hier den Rahmen, doch würde ich gern diese Soundkarten für Computer für Videobearbeitung empfehlen: Creative Sound Blaser Z / Sound Blaster Zx, ASUS Essence STX II. Spitzenmodelle!

Lies dich ein: Vielleicht interessiert dich mein Artikel über die richtigen Mikrofone für Videos.

Festplatte (SSD+HDD)

Tipp #5: SSD und HDD – das perfekte Duo.

Was braucht ein Videoschnitt PC als Speichermedium? Vor allem Videos in höherer Qualität können Festplatten stark beanspruchen.

SSD oder HDD

Die Antwort ist kurz: beide! Eine Solid State Drive (SSD) ist sehr viel schneller, kleiner, zuverlässiger und lebt länger als die brummende Hard Disk Drive (HDD). Die SSD basiert auf der Flash-Technologie. Sie besitzt keine schnell rotierenden Scheiben. Warum also die HDD ebenfalls verbauen? Naja, wer es sich leisten kann, hat dazu auch gar keinen Grund.

Aber auch wenn das Budget begrenzt ist, sollte man sich wenigstens eine kleine SSD zulegen und darauf das Betriebssystem installieren. Das gilt nicht nur für den PC für Videobearbeitung, sondern für alle. Meiner SSD habe ich zu verdanken, dass ich die Startanimation des Windowslogos nur aufblitzen sehe 😉 . Während das Video rendert, willst du bestimmt andere Dinge am PC machen, als ein Ladesymbol zu beobachten. Der ganze Computer rennt damit einfach flüssiger.

Für die Hauptaufgabe, der Datenspeisung und Datenspeicherung unseres Materials, sind die HDDs wirklich schnell genug und können dank des Preises auch größer ausfallen. Sie kommen mit den meisten Anforderungen gut zurecht. Deine Daten musst du nicht auf einer SSD bearbeiten.

Beispiele

Mit wenig Geld reicht eine kleine SSD mit 120GB für das Betriebssystem und andere Anwendungen. Die Lebenszeit erhöht sich, wenn die Festplatte nicht randvoll ist. Wenn der Geldbeutel sehr leicht ist, tut es eine 1TB HDD daneben auch. Beim nächsten Urlaubsgeld kann man ja eine Zweite nachrüsten. Unter 7200rpm würde ich bei keiner HDD gehen.

Von diesen Werten aufwärts ist es sehr individuell. Ein kleiner Gedankenanstoß: besser 2 Festplatten mit jeweils 3TB als eine mit 6TB. Wenn mir 6TB an Daten durch einen Festplattencrash verloren gehen, tut das sehr weh. Die Optimale Lösung wäre eine Backup-Festplatte (oder gleich einen eigenen Server).

Netzteil

Tipp #6: Ein Netzteil braucht Qualität.

Welches Netzteil braucht ein Videoschnitt PC? Diese Hardware wird viel zu oft unterschätzt. Ein Netzteil liefert Strom für den Computer. Fertig, damit kann man halt nicht angeben. Aber die Qualität und Leistung des Netzteils hat bei der Wahl eines PCs für Videobearbeitung hohen Stellenwert.

Funktion

Der Strom aus der Steckdose muss bevor er zu den Komponenten kommt umgewandelt werden. Anfangs fließt er als Wechselstrom (wechselt zwischen Positiv und Negativ) mit 230V in das Netzteil. Dieses wandelt den Wechselstrom in Gleichstrom (Positiv und Negativ konstant) um. Die 230V werden in verschiedene Spannungsbereiche runtergewandelt und versorgen unterschiedliche Komponenten mit den jeweiligen Kabeln.

Leistung

Es gibt zwei Leistungsspezifikationen, die Hersteller gerne auf die Verpackungen schreiben: Dauerleistung und Spitzenleistung. Kauf niemals ein billig-Netzteil, das als Leistungsangabe nur die Spitzenleistung aufzeigt. Das ist ein ganz großes No-go, denn wirklich wichtig ist, wie viel Leistung das Netzteil dauerhaft mindestens abgeben kann (Dauerleistung).

Ein 500W Netzteil soll also auch 500W dauerhaft abgeben können, ohne dass sich Probleme ergeben oder die Lebenszeit stark verkürzt wird. Im schlimmsten Fall zerstört ein unstabiles, schnell alterndes und unzuverlässiges Netzteil wichtige Komponenten im PC. Auch Brände wurden so schon ausgelöst. Bei Qualitätsprodukten von bekannten Marken, die auch eine vernünftige Garantie und ausführliche Spezifikation anbieten, ist das sehr unwahrscheinlich.

Wie viel Watt

Das ist ganz simpel. Ich verwende dazu diesen Leistungsrechner: MSI Netzteil-Rechner. Einfach alle verwendeten Komponenten eingeben und die minimal zu erwartende Leistung anzeigen lassen. Am besten mal wählt viele optionale Komponenten aus. Wer weiß, was einen im Kaufrausch später mal reitet ;-).

Das Ergebnis entspricht zwar den höchsten Anforderungen, wenn man jedoch 100W-150W aufschlägt, dann ist man auf der sicheren Seite. 100W mehr und man wirkt auch der Alterung von PC-Teilen entgegen. Vielleicht rüstet man das ein oder andere Teil nach, dann lieber etwas mehr als zu wenig Power haben. Für viele PCs für Videobearbeitung und Gaming reicht ein 500W Netzteil vollkommen aus.

Effizienz

Die Umwandlung des Stroms von der Steckdose kann niemals verlustfrei geschehen. Die resultierenden Verluste äußern sich zum einen in Wärme und zum anderen beim höheren Bedarf an Strom von der Steckdose. Ein Netzteil mit 93% Effizienz braucht für die gleiche Leistung weniger Strom als ein Ähnliches mit 80% Effizienz (vereinfacht, unter gleichen Voraussetzungen).

Mehr Info

Die sogenannten 80 PLUS Zertifizierungen gehen aus der Beziehung hervor, da zu der damaligen Zeit die meisten Netzteile bei typischen Lasten eine Effizienz von über 80% erreichten. Im Laufe der Jahre haben sich diese Werte verbessert und man spricht nun von 80 PLUS Silver, –Gold, –Platinum und –Titanium. Jedes Element bezeichnet eine gewisse Anforderung an den Wirkungsgrad.

Sagen wir mal, du wüsstest nicht wohin mit dem Geld und kaufst einfach ein gutes Netzteil mit 1000W, denn das wird deinen Anforderungen sicher gerecht. Dein Computer benötigt unter Spitzenlasten aber nur 300W. Das System braucht davon im Normalfall wiederum nur die Hälfte, also 15% der maximalen Netzteil Leistung. Die Effizienz ist generell bei 50% Netzteilauslastung am höchsten. Links und rechts der Kurve flacht sie leicht ab. Ein 400W Netzteil wäre in deinem Fall sogar besser, denn es würde weniger Strom verbrauchen und somit Geld einsparen. Andererseits haben wir gesagt, du hast viel Geld, also ist dir das egal. Naja, 1:0 für dich.

Größte Verbraucher

Hier erwischt es uns als Filmmaker noch einmal. Unser Netzteil braucht ordentlich Power, denn die Grafikkarte und der Prozessor sind die leistungshungrigsten Komponenten im Gehäuse. Die übrige Hardware trägt nur einen kleinen Teil des Stromverbrauchs bei. Diese zwei (und noch andere Komponenten) werden mit 12V Gleichspannung betrieben. Deshalb ist darauf zu achten, dass die 12V Leitungen vom Netzteil auch genügend Strom (Ampere) liefern können. Wenn es mehrere dieser Leitungen gibt, können die Komponenten unabhängig voneinander angeschlossen werden. Dadurch erhöht sich die Stabilität bei kurzfristig hohen Leistungsanforderungen.

Gehäuselüfter

Tipp #7: Auf die Lüftergröße kommt es an.

Bei hohen Rechenleistungen entsteht auch sehr viel Wärme. Die warme Luft muss von möglichst jeder Komponente abgeführt werden. Ich bezeichne Lüfter, die ins Gehäuse blasen als Eingangslüfter und die, die hinausblasen als Ausgangslüfter.

Effizienter Luftstrom

Der beste Luftzug entsteht, wenn der Luftstrom in einer geraden Linie strömen kann. Z.B. vorne die frische, kalte Luft ansaugen, quer durchs Gehäuse strömen lassen und hinten abführen. Je weniger Wirbel entstehen, desto besser. Man kann auch das Heißluftballon-Konzept einfließen lassen: warme Luft steigt auf, kalte Luft sinkt ab. Demnach kann es die Kühlleistung verbessern, im unteren Bereich die kalte Luft anzusaugen und im oberen Bereich des Gehäuses abzuführen. Dieser Prozess ist im Vergleich zur Kühlleistung von strömender Luft aber sehr langsam und muss nicht zwingend berücksichtigt werden.

Statischer Luftdruck und Luftdurchsatz

Es gibt zwei Bauformen von Lüftern, die unterschiedliche Anwendungen haben. Es gibt Lüfter, die darauf ausgelegt sind so viel Luftdurchsatz zu erzeugen, wie möglich. Das spielt für die allgemeine Luftbewegung im Gehäuse eine Rolle. Die würde ich einbauen, falls sie nicht direkt von etwas blockiert werden (bei Ausgangslüftern, bzw. Eingangslüftern mit Freiraum).

Die zweite Art ist darauf spezialisiert, Luft effizient durch Hindernisse hindurchzudrücken. Hierbei verwendet man Lüfter mit hohem statischen Luftdruck. CPU Lüfter sind ein gutes Beispiel dafür, diese müssen die Luft durch die feinen Lamellen der Kühlkörper pressen. Viele Gehäuse besitzen Festplatten direkt hinter den vorderen Eingangslüftern. Auch hier könnte ein Lüfter mit hohem statischen Luftdruck für gute Kühlung sorgen.

Lüftergröße und Lüfteranzahl

Lüfter werden in Standardgrößen angeboten: 60, 80, 92, 120 und 140mm. Je größer desto besser. Wenn jemand wirklich auf eine angenehme Lautstärke im Zimmer achtet, der verschafft sich PC Lüfter mit einer Kantenlänge von mindestens 120mm.

Ein großer Lüfter kann für den gleichen Volumenstrom viel langsamer drehen als ein Kleinerer. Demnach ist er auch viel leiser. Ebenso sind zwei Lüfter um einiges leiser als ein Lüfter für den gleichen Volumenstrom, da sie nur ca. halb so schnell drehen müssen.

Je kleiner der Lüfter ist, desto ineffizienter wird er, da die Form des Luftstromes ungünstiger wird und auch der Motor einen schlechten Wirkungsgrad hat. Finger weg von 80mm Lüftern!

Über- oder Unterdruck

Eine Lüfteranordnung mit Überdruck besitzt mehr Luftstrom, der ins Gehäuse geblasen wird, als wieder hinaus. Umgekehrt bezeichnet man den Unterdruck als mehr Lüfter hinausblasend, als rein. Was ist nun besser? Dazu gibt es im Internet unendlich viele Diskussionen. Ich muss aber gleich vorwegsagen: unser PC für Videobearbeitung wird so ausgelegt, dass die Kühlleistung sehr hoch und effizient ist, keine Kompromisse. Falls es einen kleinen Unterschied gäbe, wäre dieser somit vernachlässigbar. Generell sollte es immer nah an der Balance sein.

Ein bisschen mehr gefilterte Eingangsluft als Ausgangsluft, das ist zweifellos die beste Methode.

Lüfteranschluss

Die Lüfter werden entweder über Molex Steckverbindungen vom Motherboard oder vom Netzteil direkt gespeist. Meistens führen drei Kabel zum Stecker: die positive Spannungsversorgung, die Masse und ein Kabel für das Tachosignal, um die Lüftergeschwindigkeit auszulesen.

Es gibt zwei Arten, um die Geschwindigkeit des Lüfters zu regulieren: über die Veränderung der Versorgungsspannung oder über ein PWM Signal. Wenn der Lüfter PWM fähig ist (Pulsweitenmodulation), besitzt er ein viertes Kabel. Somit kann softwaretechnisch die Geschwindigkeit geregelt werden. Für diesen Fall ist ein Fan speed controller sehr praktisch. Hier meine zwei Lieblinge: Scythe Kaze Master II, NZXT Sentry 3. 

Beispiel

Natürlich ist die Anordnung und Konfiguration immer sehr individuell. Aber dieses allgemeine Konzept besitzt eine hervorragende Kühlleistung: Zwei 140mm Airflow Lüfter vorne, einen 140mm Airflow Lüfter hinten, und das Netzteil mit einem 140mm Lüfter. Der CPU Lüfter für den Kühlkörper sollte 140mm besitzen. Werde nicht allzu verrückt mit Gehäuselüftern. Man könnte noch einen dritten vorne und einen zweiten hinten-oben einsetzen. Generell bestehen die Anforderungen darin, im Gehäuse ein bisschen Luft zirkulieren zu lassen und Deadspots zu vermeiden.

Ich habe auch schon billige Lüfter für 6-7€ gekauft, aber die Ruhe beim Arbeiten fehlte mir. Ich setze nun seit Jahren auf die Qualitätsmarke Noctua. Die Lüfter kosten ein kleines Vermögen, aber die eigene Atmung ist lauter als mein PC und die Garantie und Lebensdauer ist fantastisch. Man findet schwer etwas Besseres. Gehäuselüfter Noctua auf Amazon.

Mehr Info

Als Elektrotechniker muss ich jetzt die Einheit Bel bzw. Dezibel (dB) einführen. Sie bezeichnet nicht wie laut etwas ist, sondern wie laut etwas im Vergleich zu etwas Anderem ist. Typische Lüfterangabe: 23dBA. Das bedeutet: Um 23 dB höherer Schalldruckpegel als die Hörschwelle der Menschen bei 1kHz.

An dieser Stelle wird es noch um eine Spur komplizierter: doppelt so viel Dezibel bedeutet nicht doppelt so laut. Unser Gehör nimmt die Lautstärke nicht linear war, sondern logarithmisch. Das bedeutet, dass eine Erhöhung um 6 – 10 dB sich doppelt so laut anhört.

17dBA fallen nicht auf, 20dBA sind leise und angenehm, 25 dBA sind auf einmal richtig laut. (Vibrationspuffer aus Gummi isolieren das Gehäuse des Lüfters vom PC Gehäuse und vermindern störende Vibrationen.)

CPU Kühler

Tipp #8: Ein CPU Kühler verschafft Ruhe.

Der Prozessor kommt meist mit einem mitgelieferten Kühlsystem, dieses ist aber nie wirklich gut. Es reicht zwar für viele Anwendungen aus, aber gerade beim PC für Videobearbeitung und auch beim Gaming entsteht schnell sehr viel Wärme. Ohne eine gute Kühlmöglichkeit macht der Computer einem Laubgebläse ordentlich Konkurrenz. Wer ein ruhiges Arbeitsklima will, der setzt hier auf gute Hardware. 

Fazit

Für was braucht ein Videoschnitt PC einen CPU Kühler? Es gibt zwei Faktoren, um sich für einen CPU Kühler zu entscheiden:

Als erstes wäre die Lautstärke. Gerade bei wechselnden Leistungsanforderungen kann das ständige Auf und Ab des CPU Lüfters auf die Nerven gehen. Bevor man überhaupt an gute Gehäuselüfter denkt, sollte man sich für einen Qualitätskühler entscheiden.

Als zweites gäbe es die Möglichkeit, den Prozessor zu übertakten. Dadurch erzeugt er von Haus aus mehr Wärme und diese kann mit dem mitgelieferten Kühler sicher nicht abgeführt werden. Mit einem guten CPU Kühler wird der Computer auch dieser Anforderung gerecht.

Achtung

Bei der Kompatibilität sind noch ein paar Dinge zu beachten. Der Kühler muss für das verwendete Motherboard passen. Die meisten Kühler passen für fast alle CPU Sockel, ein Blick auf die Herstellerseite kann dabei aber nicht schaden. Auch die Größe muss kontrolliert werden. Die meisten Hersteller geben an, welche maximalen Maße geeignet sind, um einerseits nicht den RAM zu blockieren und andererseits, um ins Gehäuse zu passen.

Mehr Info

Um die kleine Fläche des Prozessors zu kühlen, benötigt es immer zwei Komponenten: Eine Kontaktstelle, über die die Wärme an einen Kühlkörper übertragen wird und einen Lüfter, der diese Wärme vom Kühler abführt. Dieses System gilt für Luftkühlung, aber auch die Wasserkühlung nützt ein ähnliches Prinzip.

Um sicher zu gehen, dass der Computer auch unter Last möglichst leise und kühl läuft, rüstet man die Kühler auf. Zwischen den Kontaktflächen der CPU und des CPU Kühlers schmiert man einen kleinen Tropfen Wärmeleitpaste. Diese verdrängt die mikroskopisch kleinen Luftbläschen zwischen den Kontaktstellen, denn diese würden isolieren. Qualitätsprodukte haben bei der Wärmeübertragung die Nase deutlich vorne. Generell geben die Hersteller von CPU Kühlern gute Wärmeleitpasten mit.

Sogenannte Wärmerohre (engl. Heatpipes) leiten dann die Wärme in den Gitterartigen Kühlkörper. Je mehr es davon gibt, desto besser. Diese Art von Wärmeübertragung ist unglaublich effektiv. Das Rohr besitzt im Inneren ein Teil-Vakuum und beinhaltet Kühlflüssigkeit (meistens Wasser), die durch den Unterdruck bei typischen CPU-Temperaturen verdunstet. Der Dampf steigt ans andere Ende des Rohres, gibt die Wärme an den Kühlkörper ab, kondensiert dort und rinnt wieder zurück. Ein Lüfter sorgt dafür, dass die Wärme dann vom Gitter abgeführt werden kann.

Gehäuse

Tipp #9: Großes Gehäuse, viel Platz.

Nun muss man nur noch die gesamte Hardware schön verpacken.
Die Einteilung der Gehäusearten in Kategorien gestaltet sich sehr schwierig, da es keine standardisierten Bemaßungen gibt und jeder Hersteller seine eigenen Vorstellungen für die jeweiligen Größen hat. Dennoch gibt es die Möglichkeit Gehäuse in Bereiche einzugliedern.

Ein PC für Videobearbeitung und Gaming braucht sehr viel Platz. Deshalb eignen sich die meisten Mid Tower Gehäuse für unsere Verwendungszwecke. Sie sind die kleineren Tower-Vertreter aber immer noch groß genug. Sie besitzen meist 3 – 4 externe Erweiterungsschächte, 6 – 8 Montageplätze für Festplatten, sind 43 – 53cm hoch und haben eventuell für zwei Grafikkarten Platz. Fast immer unterstützen sie ATX Motherboards.

Die Gehäuse ohne Kompromisse nennen sich Full Tower Gehäuse. Wenn man neben dem Schreibtisch viel Platz hat, kann man sich austoben. Sie besitzen meist 5 Erweiterungsschächte, sind 56 – 68cm hoch und bieten auch für verrückte Systeme mit drei Grafikkarten oder ähnlichem genügend Platz.

Wer die Geräuschbelastung auf ein Minimum reduzieren möchte, könnte auch nach einem Gehäuse mit schallgedämmten Wänden halten.

Meine persönlichen Anforderungen an das Gehäuse sind: Platz, Konfiguration, Luftfilterung, Geräuschminimierung. Die Define Serie von Fractal Design bietet unglaublichen Luxus und sieht zudem noch elegant aus.

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